Was ist Baumfrieden?

Baumfrieden ist eine besondere Form der Baumbestattung. Im Unterschied zur klassischen Baumbestattung wird die Urne nicht an einem Baum auf einem Friedhof oder in einem Bestattungswald beigesetzt. Stattdessen wird die Asche der verstorbenen Person einem jungen Baum beigegeben.

Nach einer Wachstumsphase kann dieser Baum an einem gewünschten Ort eingepflanzt werden, zum Beispiel im eigenen Garten oder an einem anderen privaten Erinnerungsort. So entsteht ein lebendiger Ort des Gedenkens, der eng mit der Familie oder dem Leben der verstorbenen Person verbunden sein kann. Baumfrieden setzt eine Feuerbestattung voraus.

Team von Pontura im Freien
Das Team von Pontura begleitet Angehörige in Chemnitz und Umgebung mit Ruhe, Erfahrung und persönlicher Nähe.
Grüne Blätter im Sonnenlicht, Nahaufnahme

Der Unterschied zur klassischen Baum­bestattung

Bei einer klassischen Baumbestattung wird die Urne in der Nähe eines bestehenden Baumes beigesetzt. Der Ort ist in der Regel ein Friedhof oder ein ausgewiesener Bestattungswald. Die Grabpflege übernimmt die Natur, Grabschmuck ist meist nur eingeschränkt oder gar nicht vorgesehen.

Bei Baumfrieden entsteht der Erinnerungsort anders. Die Asche wird im Rahmen eines besonderen Verfahrens einem jungen Baum beigegeben. Nach der Wachstumsphase kann der Baum an einem ausgewählten Ort gepflanzt werden. Diese Form ist deshalb nicht einfach eine Waldbestattung, sondern eine eigene Möglichkeit des Erinnerns mit einem persönlichen Baum.

Wie Baumfrieden abläuft

Zunächst findet eine Feuerbestattung statt. Anschließend wird die Urne an den Baumfrieden-Partner überführt. Dort wird die Asche dem ausgewählten Bäumchen beigegeben und mit der Erde verbunden.

Der Baum bleibt mehrere Monate in fachlicher Betreuung. In dieser Zeit wird beobachtet, wie er anwächst und sich entwickelt. Danach wird er für die Übergabe oder den Transport vorbereitet.

Am Ende kann der Baum an einem gewünschten Ort eingepflanzt werden. Je nach Situation kann das der eigene Garten, ein Grundstück der Familie oder ein anderer passender Ort sein. Wichtig ist, vorher zu klären, ob die Pflanzung dort dauerhaft möglich und erlaubt ist.

Was vorab bedacht werden sollte

Baumfrieden ist eine sehr persönliche Entscheidung. Sie sollte gut überlegt sein, weil der Erinnerungsort später an einen konkreten Platz gebunden ist. Wichtige Fragen sind zum Beispiel:

  • Wo soll der Baum später stehen?
  • Ist der Ort langfristig verfügbar?
  • Wer kümmert sich um Pflege und Erhalt?
  • Was passiert, wenn ein Grundstück verkauft wird?
  • Welche Baumart passt zum Standort?
  • Möchten Angehörige bei der Aschebeigabe dabei sein?
  • Soll zusätzlich eine Trauerfeier stattfinden?


Diese Fragen helfen, die Entscheidung nicht nur aus dem Moment heraus zu treffen, sondern langfristig zu betrachten.

Baumart und Standort

Bei Baumfrieden kann zwischen verschiedenen Baumarten gewählt werden. Entscheidend ist nicht nur die persönliche Bedeutung eines Baumes, sondern auch der spätere Standort. Ein Baum braucht passende Bodenverhältnisse, ausreichend Platz, Licht und langfristige Pflege.

Nicht jeder Baum eignet sich für jeden Garten. Manche Arten werden groß und brauchen viel Raum. Andere bleiben kleiner oder wachsen langsamer. Deshalb sollte die Auswahl immer mit Blick auf den Ort getroffen werden, an dem der Baum später stehen soll. Wir helfen Ihnen, diese Fragen einzuordnen und die Informationen des Anbieters verständlich zu prüfen.

Baumstamm eines jungen Baumes in grüner Wiese

Kosten und Dauer

Die Kosten hängen von mehreren Punkten ab. Dazu gehören die Feuerbestattung, die Leistungen des Bestattungsunternehmens, die Überführung, der gewählte Baum, mögliche Zusatzleistungen, eine Trauerfeier und die spätere Lieferung oder Abholung des Baumes. Auch die Dauer sollte bedacht werden. Zwischen Einäscherung, Aschebeigabe, Wachstumsphase und Übergabe des Baumes liegen in der Regel mehrere Monate. Baumfrieden ist deshalb keine schnelle Bestattungsform, sondern ein Prozess, der Zeit braucht. Im Gespräch erklären wir Ihnen, welche Kostenbereiche entstehen können und welcher Ablauf realistisch ist.

Häufige Fragen zum Thema Baumfrieden

Nein. Bei einer klassischen Baumbestattung wird die Urne an einem Baum auf einem Friedhof oder in einem Bestattungswald beigesetzt. Bei Baumfrieden wird die Asche einem jungen Baum beigegeben, der später an einem gewünschten Ort eingepflanzt werden kann.

Ja. Baumfrieden setzt voraus, dass die verstorbene Person eingeäschert wird.

Das ist grundsätzlich der Gedanke dieser Form. Vorab sollte aber geprüft werden, ob der Ort langfristig geeignet ist und der Baum dort dauerhaft stehen kann.

Die Wachstumsphase dauert mehrere Monate. Hinzu kommen die Zeit für Feuerbestattung, Überführung, Abstimmung und spätere Übergabe oder Lieferung des Baumes.

Ja. Eine Trauerfeier kann unabhängig von Baumfrieden geplant werden. Sie kann vor der Feuerbestattung, im kleinen Kreis oder zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Baumfrieden persönlich besprechen

Wir helfen Ihnen dabei, die Bestattungsform des Baumfriedens verständlich einzuordnen und die nächsten Schritte zu planen. Jeder folgenden Schritte und Themen ist wichtig und wird durch uns al Bestatter begleitet:

  • Beratung zur Bestattungsform
  • Klärung der Voraussetzungen
  • Organisation der Feuerbestattung
  • Abstimmung mit dem Baumfrieden-Partner
  • Auswahl und Prüfung der Informationen zur Baumart
  • Planung von Abschiednahme und Trauerfeier
  • Einordnung von Kosten, Dauer und Ablauf
  • Prüfung möglicher Alternativen


So können Sie eine Entscheidung treffen, die gut informiert ist und zur Situation Ihrer Familie passt. Wenn Sie sich für Baumfrieden interessieren, beraten wir Sie gern persönlich. Wir erklären den Ablauf, prüfen die Voraussetzungen und zeigen auch Alternativen auf, falls eine andere Form besser zu Ihrer Situation passt.

Porträt von Sven Schmiedel
Sven Schmiedel
Bestattungs­fachkraft, Trauer­redner und Inhaber